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Archive for the ‘Pipe Chanter REEDS’ Category

hallo Pipers,

zum Thema Pipe Chanter Reeds gibt es ein paar Neuigkeiten.

Ich hatte jahrelang unter der Bezeichnung „The Best“ erstklassige Pipe Chanter Reeds im Angebot. Leider stellte sich heraus, dass der Titel schon vergeben war, und ich durfte diese Bezeichnung aus rechtlichen Gründen nicht mehr verwenden.
Der Hersteller möchte aber nicht, dass ich seinen Namen nenne, er kann bzw. will nur ein gewisses Quantum fertigen und befürchtet, dass ihm die Leute die Bude einrennen, wenn er zu sehr bekannt wird. Kann ich akzeptieren, muss ich wohl auch.

Ich werde daher die Reeds zukünftig unter „MacEge’s Favorite“ anbieten.

Beschreibung :
Es sind sehr gute Cane Reeds, natürlich handgemacht. Sie sind im schottischen Stil gearbeitet, erkennbar an der leichten Stufe auf der Oberseite. Die Reeds werden von einem früheren Warnock-Mitarbeiter in kleinen Serien hergestellt und sind daher leider nicht immer erhältlich. Erhältlich in den Stärken – weich – mittel – kräftig.
Die Reeds sind sehr gut geeignet für die Chanter von Gillanders&McLeod, Ian Murray, Warnock und Warmac.

Kürzlich konnte ich wieder 80 Stück bekommen. Sie sind also nur begrenzt erhältlich.

Nächste Neuigkeit : Ab 1.7.2012 bin ich in Rente – ich habe also mehr Zeit für MacEge Bagpipes. Und bin nicht mehr unter der Sindelfinger Telefonnummer oder unter der Sindelfinger e-mail-Adresse erreichbar.

Also zukünftig nur noch : Telefon 07032-5470 oder e-mail : macege98@aol.com

viele Grüsse!
reinhold

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Hallo Pipers,

wie ich soeben von Steve Harris erfahren habe, hört er aufgrund der wirtschaftlichen Situation auf.

Sehr schade!

Steve baute sehr gute, weich spielende Pipe Chanter Reeds, die einen vollen Klang erreichten. Sie spielten nicht in allen Chanters gleich gut, waren aber gerade bei älteren Chanters mit A=459 Hz sehr schön im Klang.

Daneben produzierten die Harris-Leute einige  brauchbare Zubehörartikel: z.B. Blechboxes für Reeds oder ein Taschenmesser für Piper.

Harris lieferte  zuverlässiger und schneller aus Australien (!) als manche der Schluries aus Schottland. Da konnte man auch darüber hinwegsehen, dass er gelegentlich etwas  teuer war.

Schade, dass es die Firma nicht geschafft hat, sich dauerhaft am Markt zu etablieren.

Viele Grüsse

reinhold

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Reeds II – Das Rohmaterial

Zur Tonerzeugung in  der GHB werden Rohrblätter (engl. Reeds) aus einem bestimmten Schilf (Arondo donax, manchmal auch Arundo donax geschrieben) verwendet.

Manche Piper reden von „Bambus-Reeds“, aber das ist nicht korrekt. Kunststoffreeds  für den Chanter  wurden immer wieder ausprobiert; die Ergebnisse waren allerdings bisher sehr unterschiedlich und die gegenwärtig angebotenen sind für mich nicht sehr überzeugend. Ich gehe daher auch nicht darauf ein. Kunststoffreeds für die Drones sind weit verbreitet und werden in einem späteren Beitrag beschrieben.

 

Arondo donax wächst im Mittelmeergebiet und wird dort auch speziell für die Herstellung von Reeds angebaut und als Rohware exportiert. Zur Erinnerung: nicht nur die Piper, sondern auch die Saxophonisten, Klarinettisten, Oboisten und Fagottisten verwenden Reeds!

Da das Rohr bis zu 6 m hoch wird, fallen unterschiedliche Stärken (Durchmesser) an, die entsprechend der späteren Verwendung sortiert werden.

Das Rohr wird nach dem Abernten entlaubt und die Stengel gebündelt im Freien gelagert, wodurch sie trocknen, aber auch anrotten; man nennt das „reifen“. Das dauert je nach Qualität ein oder zwei, seltener auch drei Jahre.

Anschließend werden die Rohre in runde Abschnitte von ca 15 bis 20 cm Länge geschnitten, wobei auf die Lage der Zwischenwände (Nodien) geachtet wird. Das ist die waagrechte Scheidewand innerhalb des Rohres. Man kennt das ja von den Grashalmen, Strohhalmen, Bambus etc. Manche einschlägigen Rohrblätter (single beating reeds), zum Beispiel die Cane Reeds in den Drones, enthalten den Knoten (Nodus) , der eine Seite des Reeds verschließt.

Die runden Rohrabschnitte werden in Säcke verpackt und nach Gewicht an die Reedmaker weltweit versandt. Dort werden sie je nach Verwendungs-zweck in zwei bis vier Streifen der Länge nach aufgespalten, sortiert und auf die korrekte Länge gesägt. Ein schottischer Reedmaker sagte mir, dass zu diesem Zeitpunkt ungefähr die Hälfte des angelieferten Schilfs als Abfall aussortiert wird.

Fortsetzung: die Herstellung von Drone Reeds

Die Abbildung stammt aus einem Beitrag über Arundo donax in Wikipedia. Die Rechte liegen dort.

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Nasse Pipe-Chanter-Reeds

 Wenn Sie mal eine traditionelle Reed-Maker-Werkstatt besuchen sollten, dann fällt Ihnen sehr bald auf, dass die ganzen Reeds, solange sie sich in der Produktion befinden, nass sind. Sie werden nicht nur feucht gemacht, sondern die Rohlinge schwimmen im Wasser, bevor sie grob zugeschnitten werden, sie stehen in allen Zwischenschritten im Wasser, sogar noch als aufgebundene Blätter, solange, bis sie ganz fertig gestellt sind. Wenn der Reedmaker die neuen Reeds im Chanter testet, sind sie noch klitschenass. Und wenn Sie mal Gelegenheit haben, einen Oboe-Spieler oder einen Fagottisten zu beobachten, dann werden Sie feststellen, dass diese Musiker ihre Doppelrohrblätter minutenlang im Wasser einweichen, bevor sie sie in das Instrument stecken und spielen. Auch Klarinettisten und Saxophonisten machen ihre Reeds vor dem Spielen nass. Prinzipiell gilt : Chanter-Reeds (Doppelrohrblätter) vertragen Feuchtigkeit!  

Vorsicht ! Bei Drone Reeds kann das anders sein!

Ein nasses Reed braucht weniger Druck beim Blasen, als ein trockenes. Es wird also weicher und spricht leichter an. Wenn Sie Reeds kaufen, die bereits im trockenen Zustand  butterweich sind, dann werden diese Reeds durch Nassmachen total matschig und verlieren jeglichen Klang. Das hat entscheidend  zu dem schlechten Ruf der nassen Reeds beigetragen.

Wenn Sie aber ein mittleres oder härteres Reed kaufen und dieses wässern, dann wird es leicht zu blasen sein und hat auch im nassen Zustand einen guten Klang, spricht sauber an und reagiert präzise auf Ihre Fingerbewegungen! Das manchmal beobachtete „Stocken“ oder „Hängenbleiben“ kommt praktisch nicht mehr vor. Und : sehr gute Reeds in mittlerer oder härterer Stärke sind häufiger zu finden als sehr gute Reeds, die butterweich sind.

Wenn Sie ein derartiges, nass gemachtes Reed spielen, dann wird es sich im Klang kaum verändern, auch nicht bei Nebel oder bei Regen und auch nicht bei stundenlangem Spielen.

Der Trick besteht darin, das Reed genau richtig nass zu machen, nicht zu viel und nicht zu wenig,  sondern so, wie es durch das Spielen von allein nass werden würde. Es nützt nicht viel, das Reed 10 Minuten zu wässern und dann zu spielen. Das Reed würde zuerst viel zuviel Wasser aufnehmen und dann beim Spielen trockener werden (wie Wäsche im Wind) und die Stimmung verändern. Wässern Sie das Reed vor dem Spielen fünf bis zehn Sekunden (ausprobieren!), dann bleibt es stabil und lässt sich leicht blasen

Sie können  ein nass geblasenes Reed nach dem Spielen ohne weiteres im Balg belassen und vermeiden damit die Gefahr, dass es beim Ausbauen beschädigt wird. Und es hat beim nächsten Mal  schnell  die richtige Feuchtigkeit, muss also, wenn Sie in der Woche zwei- bis dreimal spielen,  nicht jedes Mal neu gewässert werden. Sie nehmen die Pipe aus dem Koffer und legen los. (Stimmen nicht vergessen!)

Ein weiterer Vorteil von nass geblasenen Reeds ist, dass Sie sich den ganzen Zauber an Vorrichtungen zum Trockenblasen der Reeds sparen können. Keine Flaschen, keine Schläuche, keine Kanister mehr im Bag, kein Katzenstreu, kein Schwamm, kein Reissverschluss nötig. Sie müssen auch nicht mitten in einem Umzug den Schwamm oder den Kanister auswechseln…. (Was machen Sie eigentlich mit dem nassen Schwamm? Etwa in den Sporran stecken? Oder zwischen die Zuschauer werfen?)

Bei so viel Licht gibt es natürlich auch Schatten:

Die Haltbarkeit der nassen Reeds ist etwas geringer. Aber mal ehrlich: wie viele Reeds brauchen Sie im Jahr? Bei mir hält ein Reed gut ein Jahr oder anderthalb. Würde ich es trocken spielen, täte es vielleicht zwei Jahre halten. Lohnt das den Aufwand ? – ich glaube nicht. 

Worauf Sie tatsächlich achten müssen, ist Schimmelbildung. Solange das Reed nur dunkel anläuft, ist alles in Ordnung. Geben Sie von Zeit zu Zeit (etwa halbjährlich) einen Tropfen Sagrotan auf die Blätter, dann wird Schimmel zuverlässig unterdrückt. Aber das Problem ist nicht so häufig, wie man allgemein sagt. Wir haben in unserer Gruppe in Herrenberg bei sieben Pipern im vergangenen Jahr nur einmal ein verschimmeltes Reed gehabt, und das war schon einige Jahre alt. Und niemand von uns benutzt Sagrotan.

Einfach der Vollständigkeit halber will ich noch darauf hinweisen, dass Shepherd ausdrücklich davon abrät, seine Reeds nass zu machen. Vielleicht, weil er auch Trocknungssysteme verkauft?  Honi soit qui mal y pense.  Nach meiner Erfahrung spielen Shepherd-Reeds genausogut auch nass.

In der nächsten Folge geht es darum, wie der Bag mit dem Problem Feuchtigkeit fertig wird.

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